Insurtechs und Versicherer — Feinde oder Freunde?

Insurtechs und Versicherer — Feinde oder Freunde? 

Die Versicherungsbranche erlebt momentan einen deutlichen Weckruf durch Startups, die mit findigen technischen Lösungen den Markt aufmischen wollen. Insurtechs bringen frischen Wind in die Branche. Derzeit ist der Umgang aber ganz partnerschaftlich.

Die Assekuranz musste sich in den vergangenen Jahren nicht besonders anstrengen. Hohe Markteintrittsbarrieren, strenge regulatorische Anforderungen, ein hoher Kapitalbedarf sowie eine solide Datenbasis zu den eigenen Kunden schützten die Unternehmen vor möglichen Konkurrenten. Die traditionellen Geschäftsmodelle funktionierten seit Jahrzehnten – auch weil der Innovationsdruck gering war.

Inzwischen verändern sich die Rahmenbedingungen. Die Welt der Konsumenten ändert sich deutlich. Das Smartphone selbst in den Händen von Schulkindern ist das offensichtlichste Zeichen des Wandels unserer Gesellschaft getrieben von Vernetzung und Digitalisierung. Die Versicherer kämpfen mit unverändert hohen operativen Kosten bei gleichzeitig extrem niedrigen Zinsniveau. Eine toxische Mischung.

Die Versicherungsbranche erlebt momentan einen deutlichen Weckruf durch Startups, die mit findigen technischen Lösungen den Markt aufmischen wollen. Insurtechs bringen frischen Wind in die Branche. Derzeit ist der Umgang aber ganz partnerschaftlich.

Die Assekuranz musste sich in den vergangenen Jahren nicht besonders anstrengen. Hohe Markteintrittsbarrieren, strenge regulatorische Anforderungen, ein hoher Kapitalbedarf sowie eine solide Datenbasis zu den eigenen Kunden schützten die Unternehmen vor möglichen Konkurrenten. Die traditionellen Geschäftsmodelle funktionierten seit Jahrzehnten – auch weil der Innovationsdruck gering war.

Inzwischen verändern sich die Rahmenbedingungen. Die Welt der Konsumenten ändert sich deutlich. Das Smartphone selbst in den Händen von Schulkindern ist das offensichtlichste Zeichen des Wandels unserer Gesellschaft getrieben von Vernetzung und Digitalisierung. Die Versicherer kämpfen mit unverändert hohen operativen Kosten bei gleichzeitig extrem niedrigen Zinsniveau. Eine toxische Mischung.

 

Insurtechs bringen sich in Stellung

Startups, unter dem Kunstbegriff „Insurtech“ zusammengefasst werden, bemerken die Gemächlichkeit der Branche. Mit neuester Technologie entwickeln die jungen und hungrigen Unternehmen neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle in der Versicherungswirtschaft. Die neuen Markteilnehmer positionieren sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Versicherungsunternehmens: angefangen bei der Entwicklung von Produkten und Services, über Marketing und Vertrieb sowie Vertragsverwaltung bis zum Schadensmanagement.

Ohne den Ballast von etablierten Hierarchien sowie organisatorischen und technologischen Silos, gelingt es ihnen, schneller Innovationen als etablierte Versicherer zu entwickeln.

 

Ottonova — die digitale Krankenversicherung

Anders als andere Insurtechs tritt Ottonova tatsächlich als Versicherer auf. Die Ottonova Krankenversicherung AG ist ein Krankenversicherer nach deutschem Recht, der in den PKV-Sicherungsfonds einzahlt. Genau solchen formalen Vorgaben und rechtlichen Grundlagen gehen andere Insurtechs aus dem Weg, in dem sie sich eher auf die Vermittlung von bereits bestehenden Produkten anderer Versicherer konzentrieren. Ottonova versucht im Zeitalter der Niedrigzinsen besonders kostenbewusst zu wirtschaften. Digitalisierung beherrscht das Unternehmen. Die Kommunikation setzt auf Smartphone-Apps, Verträge sind mit wenigen Mausklicks abgeschlossen und intern werden elektronische Patientenakten genutzt. Statt eines Tarifdschungels gibt es nur wenige Produkte und Ottonova setzt auf den permanenten Kontakt mit dem Kunden. Bei vielen Leistungsmerkmalen ist der Kunde zur Zusage verpflichtet oder erhöht seine Leistung bei einer Zusage erheblich. Mit anderen Worten: Wird für die Leistung vorher keine Zusage bei Ottonova eingeholt, gibt es keine Leistung. Das bedeutet für den Kunden, dass er sich häufiger an das Unternehmen wenden muss, was für beide Seiten Vorteile bringt. Der Versicherer agiert kundenorientierter und kann gleichzeitig die Kosten besser steuern. Der Kunde profitiert davon, dass er keine nachgelagerten Probleme bei der Regulierung bekommt. Das wiederum trägt zur Zufriedenheit bei.

Wirtschaftlich ist Ottonova derzeit noch weit davon entfernt, ein Disruptor für die Welt der PKV zu sein. Allerdings kann der junge Anbieter durchaus als Blaupause dienen, wie eine digitale Versicherung aussehen könne. 1

 

Friendsurance setzt auf den Community-Gedanken

Gerade für die junge Generation, die Millenials, sind Sharing-Economy und das Agieren in Gemeinschaften integraler Teil ihres Lebens. So wundert es nicht, dass solche Elemente die Fantasie von Insurtechs beflügeln. Ein Beispiel ist Friendsurance, das P2P-Versicherungen adressiert. Das Geschäftsmodell des 2010 in Berlin gegründeten Unternehmens ist einfach: Mehrere Versicherte werden zu einer Gruppe zusammengeschlossen und zahlen die Versicherungsbeiträge. Diese fließen in einen gemeinsamen Topf. Bleibt die Gruppe schadenfrei, erhält jedes Gruppenmitglied einen Teil des Versicherungsbetrags zurückerstattet. Die Versicherer profitieren von einer höheren Schadensfreiheit, weil Friendsurance die Selbstbeteiligung der gesamten Gruppe erhöht. Die Versicherungsmitglieder wiederum sparen Geld, weil sie als Bonus bis zu 40 Prozent ihrer Beiträge erstattet bekommen.

 

Kundenloyalität im Zeitalter der Insurtechs

Die innovativen Geschäftsmodelle der beiden vorgestellten Startups haben zwei Dinge gemeinsam. Sie gehen einerseits durch ihren lupenreinen Direktvertrieb auf Kosten traditioneller Vertriebsorganisationen. Andererseits setzen sie auf permanenten Kontakt mit den Kunden, bauen auf Loyalität durch Kundenzufriedenheit. Der Kunde steht im Fokus. Etwas, was die Versicherungsbranche über Jahrzehnte vernachlässigt hat. Um die Loyalität der Kunden zu stärken, könnten echte Angebotsinnovationen den Versicherern dabei helfen, sich auch in einer zunehmend digitalen Welt eigenständig zu behaupten. Zum Beispiel mit Angeboten, die auf aktuelle Herausforderungen in der digitalen Welt eingehen, wie Policen zum Schutz vor den Folgen von Identitätsdiebstahl. Ein weiterer erfolgversprechender Weg ist die Prävention bevor ein Schaden entsteht.

Dazu können Versicherer beispielsweise einen Daten-Screening Service wie Owl in Ihr Portfolio integrieren. Owl ist eine digitale Alarmanlage zum Schutz vor Identitätsdiebstahl und Datenmissbrauch. Der Versicherungskunde wird alarmiert, sobald Cyberkriminelle seine persönlichen Daten auf illegalen Internet-Handelsplätzen zum Kauf anbieten. Versicherungskunden erhalten einen konkreten Maßnahmenplan und telefonischen Support, um Schäden abzuwenden. Bavaria Direkt, DMB Rechtsschutz und einige andere Versicherungsunternehmen integrierten bereits Owl, um die Schadensfallanzahl für Cybercrime zu senken. Jetzt informieren!

 

1 https://www.deutsche-startups.de/2018/07/03/ottonova-weniger-als-1000-kunden-insider-nur-200/

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